Öffentliche Entschuldigung
Hier mit erkläre ich mein Konzept zur Projektarbeit “Blogosphäre” gescheitert und breche der deren Durchführung ab.
Bevor ich in dieser Stellungnahme die näheren Hintergründe erläutere, möchte ich mich in aller Form für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen. Ganz besonders möchte ich mich für im Beitrag “Der Kelch ist an uns vorbei gegangen” gezogenen Vergleiche entschuldigen, die von einer nicht geringen Anzahl Mitmenschen als direkte Beleidigungen empfunden wurden. Ein entsprechendes Fehlverhalten meinerseits gestehe ich ein.
Wieso habe ich diesen kritischen Beitrag veröffentlicht?
Der Beitrag enthält eine Aussage, die ohne weiteres als sehr kontrovers bezeichnet werden kann. Dazu trägt bei, dass sie einer sehr überspitzen Wortwahl verfasst wurde. Was deutlich sein sollte, ist, dass der Beitrag eindeutig eine Provokation darstellt. Nun finden sich an vielen Stellen des Internet ähnliche provokante Aussagen (z.B. in Newsgroups oder in Foren), von denen nur ein eingeschränkter Benutzerkreis Kenntnis erlangt. In diesen Fall ist dieser Benutzerkreis die deutschsprachige “Geocaching-Community”, die in einer dichten “Blogosphäre” verbunden ist.
Diese “Blogosphäre”, also die Existenz einer miteinander durch Web2.0-Medien verknüpften Online-Gesellschaft, sollte Gegenstand einer Projektarbeit sein und entsprechend durchleuchtet werden. Für diese Projektarbeit “Blogosphäre” für das Seminarmodul “Web 2.0″ meines Lehrgangs “Multimedial gestalten” (im Vorfeld einer staatlichen Techniker/Informatiker-Prüfung) hatte ich genau das vor.
Genauer gesagt, ich wollte Zeigen wie sich eine Information innerhalb einer Blogosphäre verbreitet und ggf. verselbstständigt. Dabei erschien mir die Geocaching-Blogosphäre als besonders geeignet, das sie einerseits sehr vielfältige Medien aufweist (Listingplattformen, Webshops, Teamwebseiten, Blogs, Podcasts) und insbesondere durch die Metablogs und Blogrolls stark verflechtet ist.
Die Idee war also, einen Blogeintrag in Umlauf zu bringen und festzuhalten wie er sich Wort & Zahl verbreitet. D.h. in wievielen Blogs/Foren/Podcasts darauf Bezug genommen wird und wie sich die Erwähnung auf die Zugriffszahlen der Quelle und der verlinkten Elemente auswirkt. Dies habe ich der Vorüberlegung (Teil der dokumentierten Projektarbeit) als Thesen formuliert, die u.a. durch einen Versuchsaufbau überprüft werden sollten.
Als Thesen wären da
1. Eine dichte Blogosphäre ermöglicht eine schneller Verbreitung von Content und steigert die Attraktivität der Quelle. Auswertungsmöglichkeiten sind die Zugriffszahlen auf den Quellcontent, die Anzahl der eingehenden Links und Refers und die zeitlichen Abstände zwischen Veröffentlichungen und dem auftreten von Feesback
2. Eine Blogosphäre kann Plattform übergreifende Verknüpfungen erzeugen.(Z.B. Bezüge auf Foren, Podcasts, etc.). Zur Auswertung ist eine genaue Beobachtung der definierten Umgebung erforderlich. Auftretende Verknüpfungen sind fest zuhalten.
3. In einer Blogosphäre kann nicht-thematischer Content auftreten.
Auch dessen Verbreitung kann Gegenstand der Auswertung sein.
Anlass zu dieser These sein Beiträge in Geocaching-Blogs ohne direkten Geocachingbezug (z.B. Backrezepte) oder diskutierte Produktempfehlungen zum Neuerwerb von Nicht-Geocaching-Produkten (Fahrzeuge, IT-Technik, etc) in Geocaching-Foren.4. Die Löschung von User-Generatet-Content (Forenbeiträge, Blogkommentare) erzeugt eine Reaktion. Zur Auswertung, wird die Erzeugung von zunächst kurzzeitig zu gelassen und dann unterbunden (Planphase 2)
Zur Auswertung sollen dann Statistiken erstellt werden und die Blogosphäre auf Veränderungen hin erneut untersucht werden. Das Ergebnis wäre u.U. für Soziologen (Die Blogosphäre als Online-Gesellschaft) und Werbetreibende interessant gewesen. Über den Werbeversuchs eines Rucksackhändlers durch gesponsorte Bogbeiträge wurde ja such mehrfach berichtet.
Leider habe ich mich entschlossen ein zu sehr provokantes Thema zu wählen und dieses zum noch zu stark überspitzt zur formulieren (Die Überspitzung ist gedacht um den nötigen Effekt zu zielen, sie ist keine ernstgemeinte Aussage von mir). Ich bin davon ausgegangen, dass Religion zwar ein sehr diskussionsfreudiges Thema sei, aber recht als nicht-diskutierbar recht schnell im Sande verläuft. Insbesondere, da es vom Kernthema des Blogosphäre (nämlich dem Geocaching) sehr stark abweicht. (Daher läuft es bei mir im Blog auch nicht in der Kategorie Geocaching).Als Aufhänger wählte ich dennoch das bevorstehende Megaevent, da dieses wiederum für sich ein Paradebeispiel für Werbung in der Blogosphäre ist. Eine weitere These, die nur am Rande mituntersucht werden sollte, war die “Do Not Feed The Troll”-Politik, die eigentlich recht schnell eingeschlagen wird.
Es war geplant, dass nach 2 Wochen nach dem Ursprungspost (Planphase 1) eine Auflösung gepostet wird und alle Blogger, die darüber berichtet haben, darüber eine Mitteilung bekommen (Planphase 3).Das Ergebnis der Projektes wollte ich dann genau so zur Verfügung stellen, wie es mit den diversen Geocaching-Diplomarbeiten der Fall ist.
Nun breche ich den Versuch nach einer Woche ab und veröffentliche vorab diesen Widerruf. Thema und Umfeld meiner Projektarbeit wird in Absprache mit dem Semniarleiter geändert. Die bisher erzielten Ergebnisse dieses Versuches werde ich nachreichen.(Kurzfassung: >600 Aufrufe des Beitrages in 4 Tagen, 3 referierende Fremdblogbeiträge, 2 direkte Emails, 0 Forenbeiträge)
Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass ich für meinen Versuch einen definitiv falschen Aufbau gewählt habe und dabei mehr Schaden als Nutzen angerichtet habe.
Ich bin sicher, dass ich mich hier nicht auf den Grundsatz der Meinungsfreiheit berufen muss, ebenso wenig wie dies irgendjemand tun muss, der auf mein Posting eingegangen ist (in welcher Form auch immer).
Betonen möchte hingegen, dass ich niemanden die Meinungs- und Religionsfreiheit absprechen möchte. Ich versichere hiermit auch, in Zukunft keine manipulativen Beiträge in die Geocaching-Blogosphäre einzustreuen. Weder zu Werbe- noch zu Versuchszwecken.
Aus meinen Fehlern habe ich gelernt. Wie schon ursprünglich geplant, möchte ich allen (unfreiwilligen) Teilnehmern dieses Versuches für ihre Teilnahme danken und mich gleichzeitig nochmals entschuldigen.
Blog




Dieser Kakao schmeckt anders als der Chocomel Kakao, aber auch nicht schlecht. Das Heißgetränk erinnert mich an die “Heiße Schokolade� aus den Getränkeautomaten in Krankenhäsuern oder am Bahnhof. Senseo Hot Choco schmeckt ähnlich.











